Jahrelang haben Fitnesscenter wie Clever fit, FITINN, McFit und weitere Ketten ihren Mitgliedern Gebühren verrechnet, für die es keine echte Gegenleistung gab – Verwaltungspauschalen, Servicepauschalen, Aktivierungsgebühren, Chipgebühren. Der Oberste Gerichtshof hat im November 2022 klargestellt: Diese Gebühren waren rechtswidrig. Sie können zurückgefordert werden – auch bei bereits beendeter Mitgliedschaft.
⚖️ Das Wichtigste in Kürze: Der OGH hat im November 2022 entschieden: Verwaltungs- und Servicepauschalen von Fitnesscentern ohne echte Gegenleistung sind rechtswidrig (§ 879 Abs. 3 ABGB). Rückforderung möglich – auch bei beendeter Mitgliedschaft.
Was sind diese Gebühren?
Fitnesscenter haben über Jahre hinweg verschiedene Zusatzgebühren verrechnet, die neben dem regulären Mitgliedsbeitrag anfielen. Diese Gebühren trugen unterschiedliche Namen – ihr gemeinsamer Nenner war jedoch stets derselbe: Es gab keine konkrete, nachweisbare Gegenleistung dafür.
Die häufigsten dieser Gebühren:
- Verwaltungspauschale / Aktivierungsgebühr: Einmalige Gebühr bei Vertragsbeginn, oft € 19,90 bis € 30
- Servicepauschale: Jährlich oder halbjährlich wiederkehrende Gebühr, oft € 20 bis € 40
- Chipgebühr: Für den Zugangschip zum Fitnesscenter
- Energiekostenpauschale: Einmalig oder jährlich, z.B. € 29,90 bei Clever fit
- Trainingsgebühr / Beratungspauschale: Für angebliche Einweisungen oder Beratungen
Was hat der OGH entschieden?
Der Oberste Gerichtshof hat in zwei Urteilen vom November 2022 klargestellt: Zusatzentgelte in Fitnesscenter-Verträgen, für die keine konkrete Gegenleistung nachgewiesen werden kann, sind nach § 879 Abs. 3 ABGB gröblich benachteiligend und damit nichtig.
Das bedeutet: Die betreffenden Klauseln in den AGB der Fitnesscenter gelten als nie vereinbart. Was auf ihrer Basis bezahlt wurde, kann zurückgefordert werden.
§ 879 Abs. 3 ABGB (gröbliche Benachteiligung in AGB) · § 6 KSchG (Konsumentenschutzgesetz) · OGH-Urteil 11.11.2022 (Clever fit) · OGH-Urteil 15.11.2022 (McFit, FITINN, Fitfabrik)
Welche Fitnesscenter sind betroffen?
Rechtskräftige Urteile gibt es bereits gegen die größten Ketten. Das Urteil ist jedoch richtungsweisend für alle Fitnesscenter, die ähnliche Gebührenklauseln in ihren AGB hatten:
| Fitnesscenter | Betroffene Gebühren | Typischer Betrag |
|---|---|---|
| Clever fit | Verwaltungspauschale + Energiekostenpauschale + Servicepauschale | € 19,90 + € 29,90 + € 19,90/Halbjahr |
| McFit | Aktivierungsgebühr + Trainings-/Servicepauschale | € 30 einmalig + € 30/Jahr |
| FITINN | Aktivierungsgebühr | € 29,90 einmalig |
| Fitfabrik | Jährliche Servicepauschale | € 40/Jahr |
| Fit/One | Verwaltungspauschale | € 20–29 einmalig |
| GetUFit | Verwaltungspauschale + Chipgebühr + Servicepauschale | € 19,90 + € 5 + € 19,90/Halbjahr |
Wie viel kann ich zurückfordern?
Das hängt vom Fitnesscenter und der Mitgliedsdauer ab. Je länger die Mitgliedschaft, desto mehr jährliche Servicepauschalen wurden verrechnet – und desto mehr kann zurückgefordert werden.
Fallbeispiele
Sandra K. aus Wien – Clever fit seit 2015
Sandra war von 2015 bis 2023 Mitglied bei Clever fit. In dieser Zeit hat sie jährlich eine Verwaltungspauschale und eine Energiekostenpauschale bezahlt – insgesamt über 8 Jahre. Nach der Erstprüfung durch DeinAnspruch.at und Vermittlung an einen Partneranwalt konnte sie € 318 zurückfordern.
Thomas R. aus Graz – McFit, Mitgliedschaft bereits beendet
Thomas hat seine McFit-Mitgliedschaft bereits 2021 beendet. Er dachte, er hätte keine Möglichkeit mehr, die rechtswidrig verrechneten Gebühren zurückzufordern. Falsch – auch bei beendeter Mitgliedschaft können Ansprüche geltend gemacht werden. Thomas bekam € 270 zurück.
Anna und Michael W. aus Innsbruck – FITINN, zwei Mitgliedschaften
Anna und Michael waren beide bei FITINN – je eine Aktivierungsgebühr von € 29,90 bei Vertragsbeginn. Über eine einzige Rechtsschutzpolizze konnten beide Ansprüche eingereicht werden. Ergebnis: € 180 zurück – und der Mitwirkungsbonus¹ obendrauf.
Gilt das auch für meine Familie?
Ja – und das ist ein wichtiger Punkt: Eine Rechtsschutzversicherung deckt in der Regel alle Personen im gemeinsamen Haushalt ab. Das bedeutet: Wenn mehrere Familienmitglieder Mitglied in einem Fitnesscenter waren, können alle Ansprüche über eine einzige Polizze geprüft und eingereicht werden.
💡 Tipp für Familien: Zählen Sie alle Fitnesscenter-Mitgliedschaften in Ihrem Haushalt zusammen. Bei zwei Mitgliedschaften über je 5 Jahre können sich die Rückforderungen schnell auf mehrere hundert Euro summieren.
Brauche ich eine Rechtsschutzversicherung?
Nein – auch ohne Rechtsschutzversicherung können Sie die Gebühren zurückfordern. In vielen Fällen ist eine außergerichtliche Einigung möglich.
Mit Rechtsschutzversicherung profitieren Sie jedoch von zwei Vorteilen:
- Die anwaltlichen Kosten werden vollständig von der Versicherung übernommen
- Bei DeinAnspruch.at erhalten Sie zusätzlich € 200 Mitwirkungsbonus¹ – nach positiver Prüfung durch unser Team
Wie läuft die Rückforderung ab?
- Fall einreichen: Kostenlos, in unter 2 Minuten. Sie benötigen: Ihr Fitnesscenter und die ungefähre Mitgliedsdauer.
- Erstprüfung: Unser Team prüft Ihren Fall innerhalb von 48 Stunden.
- Anwaltsvermittlung: Wir vermitteln Sie an einen spezialisierten Partneranwalt – kostenlos.
- Rückforderung: Ihr Anwalt fordert die rechtswidrig verrechneten Gebühren zurück.
- Geld zurück: Bei Erfolg erhalten Sie Ihre Gebühren zurück – bei gedeckten Rechtsschutzfällen zusätzlich den € 200 Mitwirkungsbonus¹.
Häufige Fragen
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